Artikel mit Komponenten und Stückliste anlegen

Mit Komponentenartikeln bilden Sie Produkte ab, die im Vertrieb als ein einziges Paket verkauft, im Einkauf und Lager aber aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzt werden. Dazu hinterlegen Sie zu einem Verkaufsartikel eine Stückliste aus weiteren Artikeln. 

So arbeitet der Vertrieb mit einer übersichtlichen Angebotsposition wie „Speicherpaket 15 kWh", während in der Kommissionsliste automatisch die tatsächlich zu bestellenden und zu kommissionierenden Einzelteile erscheinen.


Grundprinzip

Ein Verkaufsartikel kann aus beliebig vielen Komponenten bestehen. Über den Status „Bestellbar" steuern Sie, wie Photovate den Artikel in der Warenwirtschaft behandelt. Ist der Paketartikel bestellbar, wird er als Ganzes behandelt und auch als Ganzes bestellt. Setzen Sie ihn dagegen auf „nicht bestellbar", ersetzt Photovate ihn in der Kommissionsliste automatisch durch die hinterlegten Komponenten.

Das Ergebnis: Der Vertrieb verkauft eine einzige, saubere Position, und Einkauf wie Lager erhalten dennoch die korrekte Auflösung in alle Einzelteile mit der jeweils richtigen Menge.


Komponenten zuerst einzeln anlegen

Jede Komponente muss als eigener Artikel im Produktkatalog vorhanden sein, bevor Sie sie verknüpfen können. Legen Sie also zunächst alle Einzelteile als reguläre Artikel an, beispielsweise Sockel, Speichermodul und BMS, und verbinden Sie diese anschließend mit dem übergeordneten Verkaufsartikel. Wie Sie einen neuen Artikel anlegen, lesen Sie im Artikel „Warenwirtschaft".


⚠ Hinweis:

Eine Komponente lässt sich nur verknüpfen, wenn sie bereits als eigener Artikel existiert. Legen Sie fehlende Einzelteile daher zuerst an. Erst wenn Sie den Paketartikel anschließend auf „nicht bestellbar" setzen, löst Photovate ihn beim Kommissionieren in seine Komponenten auf.

Komponenten zu einem Artikel hinzufügen

Öffnen Sie das Modul Warenwirtschaft und wechseln Sie über den Artikel-Reiter in die Artikelübersicht. Öffnen Sie dort den gewünschten Verkaufsartikel, etwa ein Speicherpaket. Im Artikeldetail finden Sie unterhalb des Feldes „MwSt." die „Komponententabelle", die bei einem neuen Artikel zunächst leer ist.


Klicken Sie auf „Hinzufügen" → wählen Sie die gewünschte Komponente aus und tragen Sie die Menge je Verkaufsartikel ein, zum Beispiel drei Speichermodule. Wiederholen Sie diesen Schritt für jede weitere Komponente und speichern Sie den Artikel anschließend. Setzen Sie den Verkaufsartikel zuletzt auf „nicht bestellbar", damit beim Kommissionieren die Komponenten an seine Stelle treten.


Mengen automatisch über kWp oder Modulanzahl berechnen

Komponentenmengen müssen nicht starr sein. Hängt eine Komponente an einer Position, deren Menge über Kilowatt-Peak (kWp) oder die Modulanzahl kalkuliert wird, multipliziert Photovate das benötigte Material automatisch mit. Ein typisches Beispiel ist die Position „Dachmontage": Hinterlegen Sie das benötigte Kleinmaterial wie Dachhaken und Schienen als Komponenten darunter, wird dieses Material bei jedem Verkauf automatisch in der richtigen Anzahl berechnet. So entsteht praktisch ohne Mehraufwand eine vollständige Stückliste für die Montage.


Typische Anwendungsbeispiele

In der Praxis eignet sich die Komponentenpflege überall dort, wo ein verkauftes Produkt aus mehreren physischen Teilen besteht. Die folgenden Beispiele zeigen, wie sich ein Verkaufsartikel in seine Komponenten auflösen lässt.


Speicherpaket 15 kWh

Ein Sockel, drei Speichermodule und ein BMS – ergänzt um Gehäuse, Power Sensor und Unterbau, sofern hinterlegt.

Wechselrichter

Inklusive Leitung (zum Beispiel zehn Meter) und einem Leitungsschutzschalter, die für die Montage benötigt werden.

Dachmontage

Dachhaken und Schienen, deren Menge sich automatisch über kWp beziehungsweise die Modulanzahl errechnet.

So sieht der Kunde im Angebot nur das verständliche Paket, während Einkauf und Lager exakt die Teile erhalten, die bestellt und kommissioniert werden müssen.


Vom Verkaufsartikel zur Kommissionsliste

Sobald die Auftragsbestätigung erstellt wird, übernimmt Photovate alle warenwirtschaftlich geflaggten Artikel in die Kommissionsliste. Komponentenartikel werden dabei in ihre Einzelteile aufgelöst. Auf dieser Grundlage entstehen die Bedarfsermittlung und die Bestellungen beim Großhandel. Die weiteren Schritte beschreiben die Artikel „Warenwirtschaft" und „Großhandelsschnittstelle (IDS)".


Bestehende Stücklisten übernehmen

Pflegen Sie bereits in einem anderen System Produkt- oder Warenstücklisten, lassen sich diese in Photovate importieren, sofern der Export einer klaren Logik folgt, also einer eindeutigen Zuordnung von Hauptartikel zu Komponenten samt Mengen. Stimmen Sie einen solchen Import idealerweise im Rahmen des Warenwirtschafts-Stichtags mit dem Support ab, damit Sie die Stücklisten nicht manuell neu aufbauen müssen.

? Tipp:

Die Komponentenpflege ist mächtig, aber pflegeintensiv. Legen Sie vorab eine einheitliche Namenskonvention fest und bestimmen Sie, wer die Stücklisten verantwortet. Prüfen Sie außerdem vor der manuellen Pflege, ob sich Bestände und Stücklisten aus Ihrem Altsystem importieren lassen.

✓ Gut zu wissen:

Ein festes Standard-Set an Artikeln, das unabhängig vom Angebot automatisch auf jede Kommissionsliste gesetzt wird, ist nicht vorgesehen. Den gleichen Effekt erreichen Sie über Komponenten am jeweiligen Artikel: Hinterlegen Sie das benötigte Zusatzmaterial direkt als Komponente, etwa Kleinmaterial unter „Dachmontage", kommt es bei jedem Verkauf automatisch in der richtigen Menge mit.

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